Über 300 km zu Fuß in Richtung Santiago de Compostela

Nach dem ersten Jahr konnten die Mädchen des St. Franziskusheimes die Strecke von über 300 Kilometern zurücklegen. Der Start in Schwarzach, unter dem Segen von Pfarrer Stehlin stand unter einem guten Stern. Überwiegend warmes und trockenes Wetter und eine gute Motivation der Mädchen trieben die Pilger voran. Aber selbst das gelegentlich schlechte Wetter, Blasen an den Füßen oder auch die gnadenlos brennende Sonne konnten die Jugendlichen nicht abhalten ihren Weg fortzuführen.

Dank der großzügigen Spende der Firma DOW konnten Teile des notwendigen Equipments gekauft werden um diese Reise zu ermöglichen.

Die Wanderung begann in Schwarzach und führte über Straßburg, die Elsässische Weinstraße, nach Molsheim, und von dort in die Vogesen. Die wunderschönen Etappenziele wie in Obernai, Colmar, Thann oder Belfort waren eine Bereicherung für jeden Teilnehmer. Die Mädchen konnten ihr Wissen und das Verständnis über Europa live erleben und erweitern.

Besonders prägend für viele Mädchen; war die Akzeptanz und die Freundlichkeit der Bevölkerung. In den Klöstern und Gemeinden wurden uns selbstlos Übernachtungsmöglichkeiten angeboten und alle bewunderten unsere Mädchen für die Strapazen die sie auf sich nehmen, um an das gewünschte Ziel zu kommen. Alle Jugendlichen waren stolz auf sich, das von ihnen Erreichte und Erlebte. Nachhaltig wird dies zur Reifung ihrer Persönlichkeit beitragen.

Teilweise waren die Wege in den Bergen durch die vorausgegangenen Unwetter kaum passierbar und man kam nur mit sehr großer Mühe voran. Die ersten richtigen Steigungen wie zum Kloster am Odilienberg wurden zur ersten Herausforderung für alle. Wunderschönen Kirchen wie in Thann, die herrlichen Aussichten, so wie die Weinberge und Landschaften belohnten aber alle für die vorausgegangenen Strapazen. Bei sengender Hitze waren alle froh stundenlang durch die Wälder wandern und sich in den Bächen abkühlen zu können.

Die Mädchen kamen fast täglich an ihre Grenzen und waren erstaunlicherweise sehr belastbar, mehr als sie sich selbst zugetraut hätten. Bei keiner der Gruppen gab es Jugendliche die das Wandern verweigerten. Auch für die Mitarbeiter waren die Wanderungen eine neue Herausforderung, da es im Vorfeld keine vergleichbaren Erfahrungen gab. Für alle war das Durchhaltevermögen, die vielen Begegnungen mit den Menschen und auch die Faszination Wandern eine neue und sehr positive Erfahrung im Berufsalltag.

Dieses positive Erleben der Gruppe konnte jedes Mal in den Alltag mit übernommen werden. Die Mädchen sind viel enger zusammengewachsen und können auch Rücksicht auf andere nehmen. Die Defizite Einzelner konnten durch das enge Zusammenleben und auch die gemeinsamen Strapazen besser akzeptiert und toleriert werden. Denn nur gemeinsam konnten wir die Strecke bewältigen.

Alle freuen sich schon auf das nächste Jahr und wollen unbedingt dabei sein, um den gesteckten Zielen wieder etwas näher zu kommen.



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