Mit EQUALS Erfolge von Jugendhilfemaßnahmen (FEM) dokumentieren

Beim XXXV. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am 22. bis 25. März 2017 in Ulm wurden in einem Symposium erste vorläufige Ergebnisse der institutionsübergreifenden Forschungsstudie EQUALS vorgestellt, an der auch das Franziskusheim zusammen mit sieben weiteren Einrichtungen des Arbeitskreis GU14plus teilnimmt. Nils Jenkel von der Kinder- und Jugendpsychiatrie der UPK Basel, der Ansprechpartner für die Einrichtungen, betonte in seinem Vortrag denn auch, man habe nicht x-beliebige Einrichtungen mit der Möglichkeit  der geschlossenen Unterbringung FEM, sondern Partner mit Standards für die Studie gewinnen können.

EQUALS steht für Ergebnisorientierte Qualitätssicherung in sozialpädagogischen Einrichtungen und ist ein psychometrisches Screening mit etablierten und im Feld erprobten Testverfahren, das die Belastung von Heranwachsenden identifiziert und deren Veränderungen dokumentiert.

Das Prä-Post-Design der Untersuchung sieht eine umfassende Fragebogenbatterie für die jungen Menschen sowie für die Mitarbeiter sowohl zu Beginn als auch zum Ende der Maßnahme vor. Die aktuelle Studie umfasst 160 Probanden, zwei Drittel davon junge Frauen. Das durchschnittliche Alter beträgt 14 Jahre und die Jungen und Mädchen haben alle ambulante und /oder stationäre Hilfen in der Vorgeschichte. Die geschlossene Gruppe ist durchschnittlich die vierte Maßnahme.

Sowohl externalisierend als auch internalisierend ist die Stichprobe stark belastet. Im Verlauf der FEM-Maßnahme kommt es, so die Vorschau von Jenkel, jedoch zu einer deutlichen Symptomreduktion. Trotz aller Nachteile durch die restriktive Form der Unterbringung würde nach den ersten Ergebnissen eine generelle Zufriedenheit der jungen Menschen überwiegen. Sie berichten von einer Befriedigung existenzieller Bedürfnisse. Auch fühlten sie sich mehrheitlich von ihren Betreuern ernst genommen.

Voraussichtlich im Mai 2018 soll die Studie zum Abschluss kommen und die Ergebnisse veröffentlicht werden. Wir freuen uns darauf und versprechen uns weitere Inspiration für die tägliche pädagogische Arbeit. Unser Dank gilt den jungen Frauen der Intensivgruppen, die sehr engagiert viele Fragebögen ausgefüllt, sowie den Sorgeberechtigten, welche hierfür ihre Zustimmung gegeben haben. Und Danke natürlich auch an die psychologischen und pädagogischen Kollegen und Kolleginnen, ohne deren Engagement die Teilnahme nicht möglich gewesen wäre.  (CM)



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